Kriegsende 1945. Immer mehr Burschen und junge Männer kehrten aus dem Krieg oder der Kriegsgefangenschaft heim. Eine neue Generation der Burschenschaft, gebildet aus den Geburtsjahrgängen 1920 bis 1930, war herangewachsen und hatte das Bedürfnis, sich irgendwie zu organisieren im Hinblick auf die Gestaltung der Freizeit.

Schon im Sommer 1945 wurde wieder Fußball gespielt. Allmälich bildeten sich drei Gruppen heraus: die Deutsch-Brodersdorf Gruppe, in Leithaprodersdorf die Kleinhäusler-Gruppe und die Dörfler-Gruppe aus Ober- und Unterörtlern.

Bei dieser Konstellation trat Josef Pluskovits auf den Plan. Er wurde initiativ und trat zunächst an Friedrich (Fritz) Fieber heran, um die Lage zu sondieren. Fritz Fieber wählte er deshalb, weil dieser als Kleinhäusler ein halber Unterörtler war. Pluskovits und Fieber organisierten im Frühjahr 1946 eine Zusammenkunft aller am Sport Interessierten. In einem Sichtungsspiel galt es, die Qualitäten der Spieler festzustellen, um die Kader für Kampf- bzw. Reservemannschaften erstellen zu können. Für das nächste Wochenende wurden die Deutsch Brodersdorfer zu einem Vergleichskampf geladen. Nach einwöchiger Bedenkzeit sprachen sich die Deutsch Brodersdorfer für einen gemeinsamen Klub der beiden Leithagemeinden aus. Als Chef wurde allgemein Josef (Joschi) Pluskovits akzeptiert.

Nach der Zeit kristalisierte sich der folgende erste Kader des SVL heraus:
Josef Pluskovits, Andreas Cecil, Johann Alfons, Johann Pavitschitz, Josef Fromwald, Johann Eder, Ludwig Gmaschitz, Georg Alfons, Anton Roller, Stefan Pavisitz, Friedrich Fieber, Johann Bichler, Franz Eder, Georg Ehrnhofer, Josef Eder, Josef Spitzer, Anton Sam.

Ende April 1946 reifte der Entschluss, einen Verein zu gründen und ihn beim Burgenländischen Fußballverband (BFV) anzumelden. Als Klublokal wurde das Gasthaus Bauer in Leithaprodersdorf bestimmt.Bei der Gründungsversammlung Anfang Mai 1946 wurde der Beschluss gefasst, unter dem Namen Sportverein Leithaprodersdorf (SVL) an der Meisterschaft 1946/47 teilzunehmen. Mit dem Einstieg in die Meisterschaft begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Fußballsports in unseren beiden Leithagemeinden.

Da es in den Spieljahren 1946/47 bis 1969/70 immer wieder zu einigen Umgruppierungen und Neueinteilungen kam, spielte der SVL in dieser Spielzeit fast immer in der vorletzten bzw. in der letzten Leistungsklasse. Großes Highlight aus dieser Zeit bleibt sicherlich der erste Meistertitel in der Geschichte des SVL im Spieljahr 1949/50 .

!!“Die goldenen Siebzigerjahre“!!

Für den atemberaumbenden sportlichen Aufstieg des SVL in dieser Zeit gab es mehrere Gründe:

  1. Der Wandel in der Landwirtschaft
  2. Die Sozialstruktur veränderte sich
  3. Der sportliche Höhenflug des SVL in den 70er Jahren
  4. Im Vereinsvorstand vollzog sich ein Generationswechsel

Nachdem Obmann Bauer 1970 starb, übernahm Gerhard Tischelmayer als logischer Nachfolger das Amt des Obmannes. Mit ihm zog eine Gruppe junger Funktionäre in den Vorstand ein. Unter Tischelmayers dynamischer Führung erreichte die Vorstandsarbeit geradezu professionellen Charakter. Zusammen mit Georg Graf wurden neue Geldquellen erschlossen. Als sichtbares Zeichen können u.a. die Gewinnung von Sponsoren oder das erste Wiesenfest 1977 gelten. Damit diese Konjuktur auf sicherer finanzieller Basis stehen konnte, dafür sorgte mit beispielhaftem Verantwortungsbewusstsein der langjährige Geschäftsführer des SVL Leopold Cecil. Da hielten sich also die dynamische Gruppe um Obmann Tischelmayer und die bedachte Gruppe von Geschäftsführer Cecil die Waage.

Dieses Gleichgewicht der Kräfte sorgte für kaum vorstellbare sportliche Erfolge.

Man feierte in der Saison 1970/71 nach 21jähriger Durststrecke den zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte. In den Saisonen 1971/72, 1972/73 und 1977/78 durfte man sich über drei weitere Titel freuen. Wobei man mit den Meistertitel 1977/78 und den damit verbundenen Aufstieg in die Regionalliga Ost den bisher größten Erfolg der Vereinsgeschichte schaffte.

Negative Schlagzeile aus dieser Zeit: Beim Heimspiel gegen Halbturn am 2. November 1975, wurde der amtierende Schiedsrichter, Herr Ivanschitz, nach dem Spiel von unseren Zuschauern hart bedrängt, da er ihrer Meinung nach unsere Mannschaft benachteiligt hätte und viel zu hart spielen habe lassen. In der darauffolgenden STRUMA-Sitzung am 20. November 1975 wurde der SVL mit einem halben Jahr Platzsperre belegt. Ein Protest der Vereinsleitung gegen das harte Urteil hatte Erfolg, und die bislang erste (und hoffentliche auch letzte) Platzsperre wurde aufgehoben.

Als Anfang der 80er Jahre diese Blütezeit des Vereins zu Ende ging, war es der damalige Obmann Leopold Blümel, der den SVL behutsam und mit viel Geschick in die veränderten  Verhältnisse lenkte und so einen durchaus im Raum stehenden sportlichen Absturz verhinderte.

Bis zum Jahre 1986 hielt man sich erfolgreich in der Burgenländischen Landesliga, ehe nach Ende der Frühjahrsmeisterschaft 1986 der Abstieg in die 2.Liga Nord folgte.

Nach dem Abstieg wurden auswärtige Spieler abgegeben un die Mannschaft verjüngert. Am Ende des ersten Durchgangs lag der SVL an 13. Stelle. Die junge Mannschaft hatte also ihre Probleme. Dies war auch der Grund für den oftmaligen Trainerwechsel in dieser Saison.(vier Trainer). Ein Auswärtserfolg im letzten Spiel sicherte schließlich den Klassenerhalt im ersten schwieregen Jahr nach dem Abstieg in die 2. Liga Nord.

In den darauffolgenden Jahren, 1987-1996, gewann diese verjüngte Mannschaft an Reife und Einstellung und man belegte in den Endtabellen einige Top5-Platzierungen. Richtig feiren durfte man dann wieder nach der Saison 1997/98. Denn nach genau 20 Jahren schaffte man es wieder eine Meisterschaft zu gewinnen und der damit verbundende Aufstieg in die Burgenländische Landesliga wurde kräftig bejubelt.

In der Saison 2002/2003, also nach fünf Jahren Verbleib in der Landesliga, folgte aber wieder der Abstieg in die 2. Liga Nord. Man begann vermehrt Spieler aus dem eigenen Nachwuchs an die Kampfmansnchaft heranzuführen. Als Ergänzung zu den verbliebenen routinierten Spielern gelang dies relativ gut. Man setzte sich in den laufenden Jahren meistens im oberen Tabellendrittel fest und verspielte in der Saison 2007/2008 mit einem 1:1 Unentschieden im letzten Spiel beim Fixabsteiger Frauenkirchen die Tabellenführung und verpasste somit den abermaligen Aufstieg in die Burgenländische Landesliga.
In der Saison 2015/2016 sorgte der SVL wieder mit sportlicher Leistung für Schlagzeilen. Nach einem mäßigen Saisonstart (11 Punkte nach 8 Spieltagen) entschloss sich die sportliche Leitung – zur Verwunderung vieler Leute – den Trainer zu wechseln. Walter Binder wurde durch Marcus Schlosser ersetzt. Mit dem gleichen Spielermaterial schaffte es Trainer Schlosser in den restlichen 18 Spielen der Saison eine beeindruckende Serie hinzulegen. Bei 11 Siege – 5 Unentschieden – und nur 2 Niederlagen stand man am Ende der Saison mit drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze und fixierte somit 18 Jahre nach dem letzten Meitertitel wieder den Aufstieg in die BVZ Burgenlandliga.